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Seit Generationen gepflegte
Gastlichkeit auf den Südhöhen

 „Wo is`n dat Ulrike? “ Wer das Rigi-Kulm betritt spürt als erstes die besondere Freundlichkeit und Offenheit der Leute, die hier arbeiten. Man kennt sich, Vornamen als Anrede sind normal. Und auch die, die offensichtlich nicht dazu gehören fühlen sich in der ungezwungenen Atmosphäre wohl. So etwas kommt nicht von heute auf morgen. Seit drei Generationen ist das Rigi-Kulm im Besitz der Familie Gietenbruch.Wer Lust hat auf deftige Hausmannskost, gerät unversehens in ein Stück Wuppertaler Geschichte. 
Ein Jahr vor dem ersten großen Krieg schickte Wilhelm Gietenbruch, der Gründer des Familienunternehmens, seine Tochter Helene in die Schweiz. Dort sollte sie lernen, wie man ein Hotel führt, zu dem Gäste gerne wiederkommen. Die junge Frau schien erfolgreich zu sein: Sie brachte nicht nur das nötige Knowhow mit, sondern auch den künftigen Namen für das Lokal: Rigi-Kulm. Am Vierwaldstädter See wird so ein Aussichtspunkt genannt, von dem man einen herrlichen Blick ins Umland hat. Durchaus passend gewählt also,denn auch vom Wuppertaler Rigi-Kulm aus kann man hinunter bis Elberfeld sehen.
 
Deftiges und Leckeres 
Derweil Fräulein Gietenbruch lernt, wie geschmackvoll serviert wird, steuert das Deutsche Reich in sein erstes verhängnisvolles Abenteuer in diesem Jahrhundert. Die Zeitungen berichten über die Kolinien und vermeiden Neuigkeiten aus dem kaiserlichen Berlin. Wer sich einen Eindruck vom Rigi_kulm dieser zeit verschaffen will, braucht nur zwischen Bestellung und Vorspeise die Wände des Lokals zu betrachten: Alte Fotografien halten Momentaufnahmen von damals fest. 
An diesem Anspruch für Gemütliche Gastlichkeit hat sich seit damals nicht geändert. Gewechselt haben die Macher. Heute steht das Rigi-Kulm für deftige Küche, ebenso wie für Leckereien aus der eigenen Konditorei.Hier trifft sich eine bunte Mischung: Pudelzüchter und Skifahrer, Liederfreunde und Fußballer, der Karnevalsverein wechselt mit dem Teckelclub. Das Rigi-Kulm ist für viele Startpunkt oder Rastplatz für ausgedehnte Wanderungen. Wer das Gelpetal oder Burgholz durchwandert, macht gern Rast im Biergarten. 
Das am Ende des Zweiten Weltkrieges ganz und gar nicht so aus. Es ist der 30. Mai 1943, ein Sonntag.Karl-Heinz Gietenbruch erinnert sich an die Erzählungen seines Vaters: „Eigentlich sollten Barmen, und danach Elberfeld bombardiert werden. Doch die Piloten warfen ihre Bomben viel zu früh ab, und wurden stattdessen Ronsdorf und Hahnerberg getroffen. Und wir waren mittendrin.“ Drei Wochen später traf es dann doch noch die Elberfelder Innenstadt. Während Generalanzeiger von Verlusten der Alliierten berichten, beginnt auch für die Wirtsleute Gietenbruch eine schwere Zeit. 
Typisch die Jahre nach Kriegsende: Die Gaststätte lief provisorisch weiter, eher schlecht als recht. Aber mit dem Wirtschaftswunder bekamen die Wuppertaler wieder mehr Lust auf Freizeit und Erholung, und auch das Rigi-Kulm erholte sich langsam. 


Aufregendes Jahr 
1965 war es soweit. Auch wenn die heutige Generation nicht mehr genau sagen kann, wann das neue Rigi-Kulm eingeweiht wurde, es muss ein imposantes fest gewesen sein. Ein neues Dach, alles frisch renoviert.Überhaupt war es für Wuppertal ein aufregendes Jahr: Willy Brandt spricht im Festsaal des Wuppertaler Hofes, Hermann Herberts ist wieder Oberbürgermeister und die öffentliche Debatte dreht sich rund um die Wiederherstellung des Alten Marktes. Die Kultur macht Schlagzeilen, im Schauspielhaus gibt es immer wieder Premieren. Vielleicht nicht gerade rauschende Bälle, aber doch Feste für die ganze Familie sind im Rigi-Kulm kein Problem. 
Als die jetzigen Inhaber 1978 den Kochlöffel fest in die Hand nahmen, beließen sie es bei dem bewährten Konzept aus Gastlichkeit und Gemütlichkeit. Damit haben sie bis in die Gegenwart Erfolg. Weshalb es gar nicht verwunderlich ist, wenn heute noch manchmal gefragt wird, wo denn die Ulrike gerade ist. Die neue Generation, Sohn Jens Gietenbruch, steht als gelernter Koch mit mehreren Seminaren in Betriebswirtschaft im Gebiet der Gastronomie mit angeschnittenen Themen wie Marketing und Mitarbeiterführung in den Startlöchern..

Dank an Christina Mädje

Fernmeldeturm Wuppertal-Küllenhahn

  Der Fernmeldeturm Wuppertal-Küllenhahn (auch als Fernmeldeturm Rigi-Kulm bekannt) ist einer der ältesten Fernmeldetürme aus Stahlbeton in Deutschland und nach dem 128 Meter hohen Fernmeldeturm Wuppertal-Westfalenweg das fünfthöchste Bauwerk in Wuppertal. Betrieben wird er heute von der Deutsche Funkturm GmbH.

Das Bauwerk

Der Fernmeldeturm Wuppertal-Küllenhahn ist ein 1953 errichteter elfgeschossiger Stahlbetonturm (Typenturm) mit einer Gesamthöhe von 98,5 Metern. Die unterste seiner vier Antennenplattformen ist in einer Höhe von 41 Meter, die oberste in einer Höhe von 67 Metern. Der Fernmeldeturm Wuppertal-Küllenhahn dient zur Verbreitung von Fernsehprogrammen (bis zur Umstellung auf DVB-T wurde ZDF auf Kanal 22 mit 100 kW ERP und das WDR-Fernsehen auf Kanal 42 mit 85 kW ERP ausgestrahlt), dem Richtfunk, dem Mobilfunk und als Amateurfunkrelais (DB0CA (70cm)).

Der Turm befindet sich auf den Südhöhen Wuppertals im Ortsteil Küllenhahn und liegt auf 330 Meter über Normalnull, die Hauptstrahlrichtung ist nach Norden und erreicht dabei ganz Wuppertal mit seiner anspruchsvollen Topografie in Tallage.

Rigi-Kulm

Der Name Rigi-Kulm geht auf ein beliebtes Ausflugslokal zurück, das sich seit 1910 in Familienbesitz befindet und heute noch in der Nähe des Turmes betrieben wird. Das Ausflugslokal ist an der Stelle entstanden, an dem man eine gute Aussicht auf das Tal der Wupper, mit den ehemaligen selbstständigen Städten Elberfeld und Barmen, hat. Die Namensgebung dürfte eine Anspielung auf das gleichnamige Hotel Rigi Kulm auf dem Schweizer Berg Rigi hoch über dem Vierwaldstädtersee sein, der für sein Panorama berühmt ist.